Willkommensfest am 19.03.2016

Freude, Freude über Freude, so ist die Resonanz aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf das flucht3Willkommensfest für unsere Sossenheimer Flüchtlinge. Schon gegen 13:30 Uhr kamen sowohl Sossenheimer Bürgerinnen und Bürger als auch Bewohner der Renneroder Straße in unser Gemeindehaus. Offizieller Beginn war erst um 14:00 Uhr. Aber man könnte ja was verpassen und so geht man eben früher, waren wohl die Überlegungen. Ja, die haben was verpasst, die nicht dabei waren. Die Tische, die mit Blümchen einladend dekoriert waren, wurden bis auf den letzten Platz belegt. So blieb es gar nicht aus, weitere Stühle dazuzustellen. So fanden auch die einen Platz, die später kamen.

Dank Frau Sultani und Herrn Malaz, die als Dolmetscher halfen, konnte Frau Martina Straßer, vom KV der ev. Regenbogengemeinde, auch unsere Gäste in ihrer Landessprache herzlich begrüßen.

Sie brachte u.a. zum Ausdruck, wie sehr wir, das gesamte Vorbereitungsteam, sich über den großen Zuspruch und das Interesse aller Anwesenden freuten. Sie dankte allen, die für ein reichlich gedecktes Büfett gesorgt hatten. Kuchen verschiedenster Art, aber auch Herzhaftes für danach oder umgekehrt waren reichlich vorhanden. Auch das Sossenheimer Café, Peter Kitzel, übergab eine Spende von Osterhasen in Teigform. Von IKEA brachte eine Mitarbeiterin Geschenke für die Kinder mit. Darunter waren Wasserfarbmalkästen, Autos, Plüschtiere,…

Der Discounter LIDL schenkte uns Schokolade in vielfacher Form. Allen Spendern gilt an dieser Stelle unser besonderer Dank. Danke auch an das Jugendzentrum Sossenheim, dem Kultur- und Förderkreis Sossenheim (Kufö) sowie dem SOS Kinderdorf Frankfurt.

In kleinen Gruppen zu 6 bzw. 10 Personen saßen wir zusammen, und dank großer Unterstützung durch unsere DolmetscherInnen fanden auch interessante Gespräche statt.

Unsere Gäste aus der Renneroder Straße erzählten von ihrer Flucht, die Gründe, weshalb sie die Heimat verlassen haben, und was sie an persönlichem Leid erfahren und durchleben mussten. Es war schon sehr bedrückend. Umso schöner war die Gemeinschaft untereinander. Für die Kinder gab es reichliche Angebote, um die Zeit zu bewältigen. Sie konnten spielen, malen, basteln, herumtollen und hatten Freude an den Spielsachen, die sie geschenkt bekamen, und an Luftballon-Figuren, die von Emilia Kunzenmann mit flinker Hand geformt wurden. Selbstverständlich mussten sie von ihr auch erst aufgeblasen werden.

Währenddessen hatten alle großen Menschen Zeit, sich zu unterhalten oder sich zu erkundigen, welche Freizeitangebote die Sossenheimer anbieten können. Der größte Wunsch der Flüchtlinge ist, so schnell als möglich die deutsche Sprache zu lernen. Einige Angebote gibt es bereits. Aber die Wartezeiten an den entsprechenden Stellen sind sehr lang. Aufgrund dessen wollen wir in Sossenheim schnellstmöglich weitere Deutschkurse ermöglichen und anbieten. Mit diesem Willkommensfest ist für uns erst der Anfang gemacht. Viele andere Möglichkeiten müssen noch ausgelotet werden, um den Freunden aus der Renneroder Straße ein menschlich würdiges Leben zu ermöglichen.

Einen musikalischen Höhepunkt besonderer Art bot uns Mara Kunzenmann, die a cappella „Freude schöner Götterfunken“ aus Beethovens 9. Symphonie sang. Mit ihrer einfühlsamen Stimme bewegte sie viele der Zuhörerinnen und Zuhörer. Der nachfolgende Applaus hat dieses unterstrichen. Dieser Text passte zu unserem Zusammensein und unterstrich das harmonische Miteinander von Menschen unterschiedlichster Nationalität. Wir alle, die wir zusammen gekommen sind, haben nur einen Wunsch über alle Grenzen hinweg: Frieden auf dieser Welt. Der Mara hat es offensichtlich Spaß, und uns allen zumindest an diesem Nachmittag deutlich gemacht, wie schön es ist, in Frieden und Harmonie miteinander leben zu können. Das war das erste Treffen aber ganz bestimmt nicht das letzte zwischen Sossenheimern und unseren neuen Mitbürgern.

Martina Straßer, Egon Rehrmann,Klaus Zimmermann vom Kirchenvorstand (Flüchtlingsausschuss der evang. Regenbogengemeinde)

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